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Vorlage - BV/2020/054 (03)  

Betreff: Sanierung der Straßen Schulweg, Teilstück der Ludwig-Jahn-Straße und Teilstück der Schneiderstraße
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Federführend:FD I.3 - Tiefbau und Bauhof Bearbeiter/-in: Breuer, Christoph
Beratungsfolge:
Wegeausschuss der Gemeinde Landesbergen Vorberatung
04.11.2020 
Sitzung des Wegeausschusses der Gemeinde Landesbergen (offen)   
Verwaltungsausschuss der Gemeinde Landesbergen Entscheidung

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Durch die Bauarbeiten an der Hormannschen Kurve und die damit verbundene Vollsperrung der Bundestraße im Ort Landesbergen wurden vermehrt die Anliegerstraßen Schulweg, Ludwig-Jahn-Straße sowie die Schneiderstraße als Umleitung von Fremdverkehren im Ort genutzt. Durch die Schwerlastverkehre haben diese Straßen erhebliche Schäden verzeichnet (siehe Bilder anbei). Zu den Schäden zählen Verdrückungen/ Risse im Asphalt und abgängige Gossen- und Bordanlagen. Letztlich wurden auch Teile der Gehweganlage durch notwendige Ausweichverkehre beschädigt, sodass hier Absackungen entstanden sind.

 

Von der Verwaltung wurde ein Bodengutachten beauftragt, welches Auskunft über die Tragfähigkeit des Unterbaus geben sollte und die LAGA-Klassen (Abfallklassen) des Materials bestimmt. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass der Asphalt auf allen drei Straßen unbelastet ist, der aktuellen Richtlinie für Straßenbau eines frostsicheren Oberbaus allerdings nicht genügt, unter Inkaufnahme eines Restrisikos auf einen Tiefausbau jedoch verzichtet werden kann.

 

Folgende Bewertung gibt das Gutachterbüro Schnack zu den Straßen ab:

 

Schulweg:

Auch für den Schulweg ist die Belastungsklasse Bk1,0 maßgebend. Der vorhandene frostsichere Aufbau besteht nach BS 2 und BS 3 aus 15 - 18 cm Asphalt auf 7 - 10 cm STS und beträgt somit rd. 25 cm. Darunter stehen aufgefüllte Sande an, die einen wechselnden Feinkornanteil aufweisen und daher als F1- bis F2-Boden zu bewerten sind. Auch für den Schulweg sollte der frostsichere Aufbau mind. 0,50 m betragen. Die in UK Asphalt geforderte Mindesttragfähigkeit von Ev2 = 120 MN/m2 wird aufgrund der geringen STS-Dicke wohl nicht gegeben sein. Bereichsweise weist der Schulweg Rissbildungen auf, die bereits vergossen wurden. Auch wurden an zahlreichen Stellen bereits Ausbesserungen vorgenommen. Verdrückungen, die

auf eine unzureichende Tragfähigkeit des Untergrundes schließen lassen, sind derzeit nicht zu erkennen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass diese bereits durch die Ausbesserungen saniert wurden. Auf der Grundlage des derzeitigen Zustandes ist aus geotechnischer Sicht nicht zwingend die Notwendigkeit eines Tiefausbaus zu erkennen. Es wird jedoch empfohlen, den Grund der zahlreichen Ausbesserungen in die Bewertung mit einzubeziehen.

 

Ludwig-Jahn-Straße

Ebenfalls maßgebend ist die Bk1,0. Angetroffen wurde mit BS 4 - BS 6 eine mit 10 - 17 cm unterschiedlich dicke Asphaltdecke auf einer ebenfalls unterschiedlich dicken STS von 5 - 17 cm. Die Gesamtdicke beträgt 20 - 30 cm, wobei die STS nicht durchgehend als frostsicher zu bewerten ist. Auch die folgende Sandauffüllung ist hinsichtlich der Frostsicherheit stark wechselnd (F1 bis F3). Gemäß RStO sollte der frostsichere Aufbau mindestens 50 cm, bei F3- Boden sogar mindestens 60 cm betragen. Auch die Tragfähigkeit in OK STS dürfte aufgrund der wechselnden Schichtdicke der Tragschicht unterschiedlich ausfallen und nicht durchgehend 120 MN/m2 betragen. Im Verlauf der Ludwig-Jahn-Straße sind bereichsweise überwiegend bereits vergossene Längs- und Querrisse aber keine nennenswerten Verdrückungen gegeben. Die Rissbildungen können im Zusammenhang mit dem unterschiedlichen Straßenaufbau stehen. Im Allgemeinen ist der Zustand der Straße aber als gut zu beschreiben, so dass unter Inkaufnahme des Restrisikos

auf einen Tiefausbau verzichtet werden könnte.

 

Schneiderstraße:

Anzusetzen ist Bk1,0. Gegeben ist bei BS 7 und BS 8 eine 12 - 14 cm dicke Asphaltdecke auf 16 - 18 cm STS (dges = 30 cm), die als F1- bis F2-Boden einzustufen ist und unter der Sandauffüllung (F2, F3) folgt. Die nach RStO geforderte Mindestdicke des frostsicheren Aufbaus ist auch hier nicht gegeben. Die für OK STS geforderte Mindesttragfähigkeit sollte aber annähernd vorliegen.

Auch die Schneiderstraße weist Längs- und Querrisse sowie bereits ausgeführte Sanierungen auf. Ein stärkeres Schadensbild ist in Höhe der Ludwig-Jahn-Straße im Einmündungsbereich der Stichstraße Schneiderstraße gegeben. Bei dem Verzicht auf einen Tiefausbau muss das Restrisiko von bereichsweise auftretenden Rissbildungen akzeptiert werden.

 

An Hand dieser Ergebnisse wurden Seitens des FD Tiefbau/Bauhof für jede Straße 3 Sanierungsvarianten erarbeitet. Da in zwei von drei Sanierungsvarianten die Fahrbahndecke/Verschleißschicht auf ca. 4 cm Dicke erneuert werden muss, wurde der in der Straße liegende Regenwasserkanal inklusive Hausanschlüssen durch eine TV-Inspektion auf Schäden untersucht. Die Schäden müssen vor der Neuherstellung der Asphaltdecke behoben werden. Letztmalig wurde der RW-Kanal 2009 in Landesbergen befahren. Seit dieser Zeit hat sich ein erhebliches Schadensbild ergeben (siehe Listen im Anhang). In der Übersicht zu den Sanierungsvarianten wurden diese Kosten mit einkalkuliert. Der Fachdienst empfiehlt hier dringend, alle Schäden zu beseitigen, die aufgelistet sind. Sollten einige Schäden nicht saniert werden, wird sich das Schadensbild dieser Schäden verschlimmern und dadurch werden später deutlich teurere Sanierungsverfahren die Konsequenz sein. 

 

Die Verwaltung sieht deshalb für die Wiederherstellung der Oberflächen der Straßen die nachfolgenden drei Varianten einer Sanierung, die die Kanalsanierungen vollumfänglich einschließen:

 

  1. Doppelte Oberflächenbehandlung + Gossen/Borde/Gehwege werden reguliert
  2. Asphaltdecke neu + abgängige Gossen/Borde/Gehwege werden reguliert
  3. Asphaltdecke neu + Gossen/Borde/ Gehwege werden komplett erneuert
    (für Gossen + Borde + Gehwege würden STRABS fällig werden)

 

Die Kosten für jede Variante können aus den angehängten PDF-Sanierungskonzepten entnommen werden. Auch die umlagefähigen Kosten auf die Anlieger sind hier ersichtlich für Variante 3 (STRABS). Die Honorarkosten für den Straßenbau entfallen bei allen Varianten, da diese Leistungen vom Fachdienst übernommen werden. Lediglich die Honorarkosten für die Ausschreibung und BL der Kanalsanierung sind in den Kosten enthalten.

 

Grundsätzlich rät der Fachdienst von einer Sanierung entsprechend Variante 1 ab, da dadurch die Schäden in der Asphaltdeckschicht nicht behoben werden und lediglich eine Sanierung verzögern. Deshalb ist diese Variante auch die kostengünstigste Möglichkeit.

 

Der Fachdienst Tiefbau/Bauhof empfiehlt die Umsetzung von Variante 2 oder 3.

In Variante 2 wird nachhaltig die Fahrbahndecke saniert. Eventuelle Schadensbilder aus dem Untergrund können nach den Fräsarbeiten durch das Aufbringen eines Geogitters/Vlies vor Herstellung der neuen Fahrbahndecke behoben werden. Dieses würde den Anmerkungen vom Gutachterbüro Schnack Rechnung tragen. Weiterhin würden lediglich die schadhaften Gossen und Borde ausgetauscht werden und Senken im Gehweg reguliert werden. Dies wäre eine reine Unterhaltungsmaßnahme und somit nicht umlagefähig auf die Anlieger. Die Gehwege, Borde und Gossen würden jedoch mit alten Materialen im Bestand erhalten bleiben.

 

Die Variante 3 würde zusätzlich zur neuen Fahrbahn die komplette Erneuerung der Gossen, Borde und Gehwege mit einschließen. Hier würden dann STABS fällig werden (60 % Anlieger), da es sich um eine Verbesserung handelt. In dieser Variante wären die Oberflächen aller Straßenzüge komplett neu und kein altes Pflaster wäre mehr im Gehweg. Durch das Einziehen von STRABS wäre der finanzielle Mehraufwand für die Gemeinde für diese Variante gemäß angehängter Kostenaufstellung nur minimal höher als im Vergleich zu Variante 2, bei welcher die Gehwege „alt“ bleiben würden.

 

Politisch sollte also entschieden werden, ob Variante 2 oder 3 umgesetzt werden soll, da bei Variante 3 STABS abgerechnet werden könnten.

 

Durch den Fachdienst wurden bereits im Zuge der Haushaltsplanung vorläufige Kosten eingestellt, die aber nach Ergebnissen aus der TV-Inspektion und dem Bodengutachten nicht ausreichend sein werden.

 

Bei Umsetzung der Variante 2 benötigt man zusätzlich 355.000 Euro im HH2021.

Bei Umsetzung der Variante 3 benötigt man zusätzlich 534.000 Euro im HH2021, wobei jedoch eine Einnahme von 135.000 Euro durch STRABS zu erwarten wäre (in Summe also 399.000 Euro)

 

Der Fachdienst empfiehlt alle drei Straßenzüge in einem Jahr zu sanieren, da dadurch das Auftragsvolumen steigt und somit günstigere Preise auf dem Mark zu erzielen sind. Weiterhin wird dadurch der Verwaltungsaufwand reduziert, da nur eine Ausschreibung erfolgen muss. Auf Grund der identischen Leistungen auf den Straßenzügen bietet es sich hier an mit einem Auftragnehmer zu arbeiten. 

 

Sollte die Variante 3 umgesetzt werden müssen im nächsten Schritt Anliegerversammlungen stattfinden, damit die Umsetzung in 2021 erfolgen könnte.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:  

 

Eine der nachfolgenden Varianten 2 oder 3 wird beschlossen:

 

Variante 2:

Die Variante 2 soll auf allen 3 Straßenzügen im Jahr 2021 umgesetzt werden. Dazu werden weitere 355.000 Euro in den HH 2021 eingestellt. Dieses ist eine Unterhaltungsmaßnahme und nicht umlagefähig. 

 

oder

 

Variante 3:

Die Variante 3 soll auf allen 3 Straßenzügen im Jahr 2021 umgesetzt werden. Dazu werden weitere 534.000 Euro in den HH 2021 eingestellt. Gleichzeitig wird eine Einnahme von 135.000 Euro (STRABS) im HH 2022 gebildet, da diese Maßnahme umlagefähig ist.  

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Gesicherte Finanzierung:

 

Haushaltmittel verfügbar:    JA / NEIN

Haushaltsansatz für die Maßnahme:

 

Bedarf: je nach Sanierungsvariante

Vorhandene Mittel: bereits 236.000 angemeldet in 2021

Rest:  je nach Sanierungsvariante

 

Produktkonto 5411-4212

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n:

 

Übersicht der Sanierungsabschnitte

Kanalsanierungskosten je Straße für Hauptkanal (HK) und Anschlussleitung (AL)

Kostenübersicht der Sanierungsvarianten inkl. Straßen – und Kanalbau

Bilder der Straßenabschnitte

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Übersichtsplan Sanierungsabschnitte (339 KB)      
Anlage 2 2 SanL-RW-Kanal-HK-Schulweg (140 KB)      
Anlage 3 3 SanL-RW-Kanal-AL-Schulweg (162 KB)      
Anlage 4 4 SanL-RW-Kanal-HK-Schneider Str. (155 KB)      
Anlage 5 5 SanL-RW-Kanal-AL-Schneider Str. (156 KB)      
Anlage 6 6 SanL-RW-Kanal-HK-Ludw-Jahn-Str (170 KB)      
Anlage 7 7 SanL-RW-Kanal-AL-Ludw-Jahn-Str (122 KB)      
Anlage 8 8 Kostenübersich Sanierungsvarianten.pdf (245 KB)      
Anlage 9 9 Schulweg 1 (1604 KB)      
Anlage 10 10 Schulweg 2 (1516 KB)      
Anlage 11 11 Ludwig-Jahn Straße 1 (1582 KB)      
Anlage 12 12 Lüdwig Jahn Straße 2 (2776 KB)      
Anlage 13 13 Schneiderstraße 1 (1488 KB)