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Vorlage - /2019/341 (10)-1-1  

Betreff: Sanierung der Freibäder Landesbergen und Stolzenau
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Federführend:FD II.3 - Hochbau und Haustechnik Bearbeiter/-in: Wiebe, Arnd
Beratungsfolge:
Sport-, Jugend- und Seniorenausschuss der Samtgemeinde Mittelweser Entscheidung
30.06.2020 
Sitzung des Sport-, Jugend- und Seniorenausschusses der Samtgemeinde Mittelweser geändert beschlossen   
Samtgemeindeausschuss Vorberatung
Rat der Samtgemeinde Mittelweser Entscheidung
13.07.2020 
Sitzung des Rates der Samtgemeinde Mittelweser ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:  

 

Die Freibäder in Stolzenau und Landesbergen haben insbesondere im technischen Bereich einen hohen Sanierungsbedarf.

 

Um die Sanierungen finanziell zu ermöglichen (Haushaltssicherungskommune) wurde ein Antrag für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gestellt. Der Rat der Samtgemeinde Mittelweser hatte deshalb in seiner Sitzung am 30.08.2018 den nachfolgenden Beschluss gefasst:

 

Der Rat der Samtgemeinde Mittelweser unterstützt grundsätzlich die Sanierung und damit den Erhalt der beiden Freibäder in Stolzenau und Landesbergen. Die notwendigen Haushaltsmittel werden über den Haushalt 2019 und die Folgejahre bereitgestellt. Grundlage für diesen Beschluss ist nachstehende Projektskizze. Die Finanzierung soll teilweise über die Beantragung von Mitteln der Förderung im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erfolgen. Ein entsprechender Antrag ist bis 31.08.2018 beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BSSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) zu stellen.

 

Die Beantragung hatte zu einer Inaussichtstellung zur Gewährung von Fördermitteln in Höhe von 1.503.000 € geführt.

 

Um die Fördermittel auch abrufen zu können, musste bis Ende November ein überarbeiteter Entwurf des Förderantrags eingereicht werden. Dieser sollte bereits die wesentlichen Sanierungsmaßnahmen und Veränderungen in den Bädern beschreiben. Grundlegende Änderungen dieses Sanierungskonzeptes, die im Nachgang vorgenommen werden, können zu einer reduzierten Fördermittelgewährung führen.

 

Die Verwaltung hatte kurzfristig eine Projektgruppe zur Ausarbeitung der Sanierungskonzeption einberufen. Teilnehmer an der Projektgruppe waren neben der Verwaltung die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Landesbergen und Stolzenau, je ein/e Vertreter/in aus den Samtgemeinderatsfraktionen und je ein/e Vertreter/in des Freundeskreises Naturfreibad Landesbergen und des Fördervereins Freibad Stolzenau e.V.

 

Der Rat der Samtgemeinde Mittelweser hatte anschließend die Konkretisierung des Antrags beschlossen. Für die Sanierung der beiden Freibäder in Stolzenau und Landesbergen sollte eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 3.500.000 € im Haushaltsplan 2020 veranschlagt werden.

 

Die Sanierung soll den Schwimm- und Vereinssport sowie das Badeangebot für Jung und Alt erhalten und stärken, die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit verbessern und die Bäder zu einer barrierefreien Einrichtung für alle Gesellschaftsgruppen umbauen.

 

Der Antrag wurde daraufhin gegenüber dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BSSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) konkretisiert.

 

Es folgt der Antragstext:

 

 

Kurzbeschreibung

 

Die beiden Freibäder der 2011 fusionierten Samtgemeinde Mittelweser sind technisch veraltet und sanierungsbedürftig. Um den Zusammenhalt der Samtgemeinde zu stärken und die Attraktivität der öffentlichen Infrastruktur zu erhalten, sollen beide Standorte „zukunftsfähig“ saniert und umgebaut werden. Das Umbau- und Sanierungskonzept sieht nun vor:

 

Das Freibad in Landesbergen wird zu einem reinen Naturerlebnisbad umgebaut. Das stark sanierungsbedürftige Nichtschwimmerbecken samt Wasseraufbereitung wird aufgegeben und zurückgebaut. Zukünftig soll weitgehend auf Wasseraufbereitungstechnik verzichtet werden. Um die Attraktivität des Naturerlebnisbades zu steigern, wird eine Flachwasserzone mit Badestrand neu angelegt. Für Kleinkinder wird ein „geschütztes“ Flachwasserangebot vorgesehen.

 

Das Freibad in Stolzenau wird weiterhin als beheiztes Freibad betrieben. Die Wasseraufbereitungstechnik wird komplett modernisiert. Die dafür notwendigen Maßnahmen bilden den Schwerpunkt des Sanierungskonzeptes. Das sehr große sanierungsbedürftige Nichtschwimmerbecken und das hygienisch nicht mehr zeitgemäße Planschbecken werden aufgegeben und zurückgebaut.

Für Kleinkinder soll ein neues „Planschbecken“ entstehen. Das große, 50m lange Kombibecken besteht aus einem Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Sprungbereich.  Diese zonierte Nutzung wird weiterentwickelt und durch Einbauten, die idealerweise eine flexible Nutzung zulassen, geteilt und durch Attraktionen aufgewertet.

 

An beiden Standorten wird ein barrierefreier Zugang vom Eingang über die Umkleidegebäude bis zum Wasser errichtet, so dass zukünftig alle Einwohnerinnen und Einwohner beide Bäder nutzen können und hierdurch zusätzliche Angebote möglich werden.

 

 

Begründung

 

Soziale Infrastruktur

 

Nach der Fusion der ehemaligen Gemeinde Stolzenau und der ehemaligen Samtgemeinde Landesbergen, ist in der Bevölkerung immer noch eine „Skepsis“ gegenüber der 2011 neu entstandenen Samtgemeinde Mittelweser zu spüren. Die Angst, dass öffentliche Infrastruktur zur Erzielung von „Synergieeffekten“ abgebaut wird, war und ist immer noch vorhanden. Die neue Samtgemeinde Mittelweser hat knapp 16.000 Einwohner und 196 Km² Fläche. Durch diese große Fläche und die natürliche Trennung durch die mitten hindurch verlaufende und nur über 2 Brückenverbindungen zu überquerende Weser, liegen die beiden Bäder ca. 10Km auseinander.

 

Beide Bäder sind aus den jeweiligen Orten nicht mehr wegzudenken. Sie stellen einen wichtigen Ort der Begegnung für Jung und Alt, Arm und Reich sowie die unterschiedlichen Kulturen dar. In beiden Bädern bieten die Schwimmmeister Schwimmkurse an, damit die Menschen in der Samtgemeinde Schwimmen erlernen können.

 

In den Sommermonaten bieten die Bäder die Möglichkeit, sich gemeinsam mit den übrigen, die Bäder nutzenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern abzukühlen, auszutauschen und zu entspannen. Kinder lernen hier nicht nur Schwimmen, sondern auch soziales Verhalten im Miteinander über alle gesellschaftlichen Barrieren hinweg.

 

 

Sport- und Vereinsförderung, Gesundheitsvorsorge

 

Die Bäder werden regelmäßig von den in der Samtgemeinde angesiedelten Grundschulen, der Oberschule, der Förderschule und dem Gymnasium für den Schwimmunterricht genutzt. Auch von den betreuten Wohngruppen der Lebenshilfe Stolzenau werden die Bäder regelmäßig genutzt.

 

In beiden Bädern findet regelmäßig Vereinssport statt. Die Ortsgruppe des DLRG nutzt mit verschiedenen Angeboten und Gruppen regelmäßig die Bäder, weiterhin gibt es Triathlonveranstaltungen, Wassergymnastik, "Schnuppertauchen" etc.

 

Auch das jährlich in Landesbergen stattfindende "Fischerstechen", ein volksfestartiger Spasswettbewerb der mit Schlauchbooten und Teams in Mottoverkleidung durchgeführt wird, ist über die Grenzen der Samtgemeinde hinaus beliebt und identifikationsstiftend.

 

 

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

 

In dem Förderverein Freibad Stolzenau e.V. sowie dem Freundeskreis Naturfreibad Landesbergen bringen sich die Bürgerinnen und Bürger durch ehrenamtliches Engagement in „Ihre" Bäder mit ein. Dieses Engagement zeigt sich in vielfältigen Arbeitseinsätzen, in Sachspenden oder in der Durchführung von Veranstaltungen.

 

Für sozial schwache Familien sind die Bäder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad gut zu erreichen. Sie bieten denjenigen, die sich finanziell keinen Urlaub leisten können, eine Alternative vor Ort. In der Preisstruktur gibt es neben Einzelkarten auch Zehner- und Saisonkarten. Für Familien und Erwachsene mit Kindern sind vergünstigte Karten erhältlich, um so insbesondere Familien oder Alleinerziehende zu unterstützen.

 

Die Bäder sind seit fast 50 Jahren auch ein Ort der "Erinnerungen", "Hier habe ich schwimmen gelernt", "…mich damals jeden Sommer mit meinen Freunden getroffen", "…meinen Kindern das Schwimmen beigebracht" und vieles mehr.

 

Beide Freibadstandorte sollen deshalb erhalten bleiben und für alle Altersgruppen ein attraktives Schwimm-, Sport-, Bade- und Aufenthaltsangebot darstellen. Der Erhalt der beiden Freibäder ist zudem auch ein wichtiger „Baustein“, um Bürgerinnen und Bürger in der Samtgemeinde zu halten oder neu zu gewinnen.

 

 

Städtebauliche Impulse

 

Der Ort Landesbergen war ursprünglich überwiegend landwirtschaftlich geprägt. In der Nachkriegszeit kamen in mehreren Ortserweiterungen eher kleinteilige Wohngebiete dazu, die inzwischen flächenmäßig deutlich überwiegen. An den Ausfallstraßen befinden sich einige Gewerbebetriebe, die den Ortsrand teilweise prägen. (Diverser Einzelhandel sowie 2 Speditionen). Das inzwischen mit Biomasse betriebene 530MW Gaskraftwerk, das südlich wenige 100m vom Ort entfernt liegt, bildet eine weithin sichtbare „Landmarke“ die das Erscheinungsbild des Ortes aus der Ferne dominiert.

 

Das Freibad ist am westlichen Ortsrand von landesbergen an einer wenig frequentierten Nebenstraße eher introvertiert angelegt. Der nur eingeschossige Flachdachbau des Funktionsgebäudes ist an der Straßenfront überwiegend geschlossen angelegt. Der Eingang des Bades ist als Überdachte Gebäudeöffnung jedoch gut wahrnehmbar und intuitiv erkennbar. Das Außengelände ist durch eine geschlossene Vegetation aus Bäumen und Sträuchern kaum einsehbar. Unabhängig von der Lage und der für den Ort eher zurückgenommenen Präsenz, ist das Bad jeder Einwohnerin und jedem Einwohner auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Veränderungen der städtebaulichen Einbindung und Wahrnehmbarkeit sind deshalb nicht geplant.

 

Der Ort Stolzenau hat kleinstädtischen Charakter. Besonders hervorzuheben ist der Ortskern, der durch historische Fassaden unterschiedlicher Epochen geprägt ist und fast direkt am Weserufer liegt. Auch hier gibt es nachträglich erweiterte Wohnsiedlungen aus Ein- und Mehrfamilienhäusern und Gewerbebetriebe an den Ortsausgängen der Hauptverkehrswege. Bedeutsam in der Entwicklung der Ortschaft Stolzenau ist die langjährige Stationierung niederländischer Militäreinheiten. Die Besonderheit hierbei ist, dass die Niederländer im Ort in erheblichem Maße Wohnungsbau betrieben haben. Dadurch weist Stolzenau große Bereiche mit Geschosswohnungsbau auf.

 

Weiterhin ist ein ehehmaliges Kasernengelände relativ ortsprägend.

 

Das Freibad Stolzenau ist zusammen mit einem Sportplatz und der Grundschule durch eine Bundesstraße vom eigentlichen Ort getrennt. Die Ortsrandlage befindet sich im Übergang zur landschaftlich zeizvollen Wesermarsch. Städtebaulich ist das Bad etwas präsenter als das Bad in Landesbergen, da es an einer mäßig befahrenen Ausfallstraße liegt. Der eingeschossige Flachdachbau des Funktionsgebäudes ist hinter dem vorgelagerten Parkplatz relativ weit von der Straße abgerückt angeordnet. Auch hier ist der Eingang als überdachte Gebäudeaussparung gut wahrnehmbar. Das Außengelände ist hinter Bäumen und Sträuchern verdeckt, nicht einsehbar. Auch dieses Bad ist allen Einwohnerinnen und Einwohnern bekannt. Die Einbindung in die Umgebung ist angemessen, so das im Rahmen des Sanierungskonzeptes keine Änderungen in der städtebaulichen Einbindung und Wahrnehmbarkeit geplant sind.

 

 

Bedarfsanalyse

 

Die benachbarten Kommunen betreiben ebenfalls Freibäder. Der Abstand zwischen den Bädern beträgt rd. 11 km und mehr (Entfernung: Stolzenau zu Steyerberg 11 Km, zu Uchte und Rehburg je. 13 Km, Landesbergen zu Nienburg 11 Km und zu Pennigsehl 18 Km). Ein Wegfall der Bäder würde für viele Wohnlagen weite Anfahrtswege bis zum nächstgelegenen Bad bedeuten.

 

Beide Bäder werden auch für den Schulsport der 6 Grundschulen in der Samtgemeinde genutzt. In Stolzenau nutzen neben der Grundschule auch das Gymnasium, die Oberschule, die Realschule und die Helen-Keller-Schule (Förderschule Geistige Entwicklung) das Bad für den schulischen Schwimmunterricht.

 

In den Bädern finden weiterhin regelmäßig das Schwimmlernprogramm der Schwimmmeister und das Schwimmtraining sowie das Gerätetauchtraining der DLRG statt.  Die ortsansässige Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe nutzt das Bad während der Saison ebenfalls 2 x in der Woche.

 

Gemessen an der Bevölkerungsanzahl hält die Samtgemeinde jedoch in beiden Bädern zusammen eine verhältnismäßig große Wasserfläche vor. In einer Planungsgruppe, die mit Vertretern aus der Politik, aus den beiden Fördervereinen, der Verwaltung und den beiden Betriebsleitern besetzt war, wurde der notwendige Bedarf diskutiert und analysiert. Eine Reduktion wurde zwar von einigen Arbeitsgruppenteilnehmenden kritisch und mit „Bauchschmerzen“ betrachtet. Als Ergebnis wurde aber zugunsten des klaren Wunsches, an 2 Bädern festzuhalten, ein Spielraum zur Reduktion der Wasserflächen gesehen und als Konzeptvorschlag formuliert.

 

Das Sanierungskonzept

 

Grundsätzlich sollen an den 2 Standorten bewusst 2 unterschiedliche Schwimmbadangebote entstehen, die sich ergänzen und vielfältige Nutzerinteressen abdecken.

 

Beide Sanierungskonzepte basieren auf einer Voruntersuchung die ohne Bauteilöffnung und aufwendiger Variantenuntersuchungen durchgeführt wurde. Nach der Beauftragung eines Badplaners sowie von einem Fachingenieur für Bädertechnik, sollen verschiedene Sanierungsvarianten verglichen werden. So das dann das nach wirtschaftlichen Kriterien am besten geeigneteste Konzept identifiziert und umgesetzt werden kann. Es werden nur solche Varianten geprüft, die geeignet sind, die grundsätzlichen Projektziele zu erreichen.

 

 

Landesbergen

 

Das Freibad in Landesbergen Baujahr 1970, weist als Naturfreibad die Besonderheit auf, dass schon jetzt für den Schwimmerbereich ein Nebenarm der Weser genutzt wird. So ist das Baden hier ein ganz besonderes — aber dennoch geschütztes Erlebnis. Das 25 x40 m große Nichtschwimmerbecken ist bisher jährlich ausgebessert, aber noch nicht saniert worden. Die komplette Technik, die Verrohrung, der Fliesenbelag, die Geometrie des Beckenkopfes etc. sind 50 jahre alt, nicht mehr Zeitgemäß, entsprechen nicht mehr den technischen Anforderungen und sind so marode, das Ausbesserungsarbeiten nicht mehr ausreichen, um einen sicheren Weiterbetrieb zu gewährleisten.

 

Über das Projekt soll ein Konzept für den Umbau des Bades zu einem reinen Naturerlebnisbad erarbeitet und umgesetzt werden. Der Rückbau des 900 m² großen Nichtschwimmerbeckens und der dazugehörigen Wasseraufbereitungstechnik schafft durch den Verzicht auf die Sanierung finanzielle Spielräume für Umbauten am Naturseebereich. Durch das Anlegen einer Flachwasserzone, eines Badestrandes und eines Kleinkindbeckens / -bereiches wird zukünftig ein reines Naturwasserangebot entstehen, das alle Altersgruppen anspricht. Durch den Wegfall der Technik können hier auch die Personal- und Bewirtschaftungskosten erheblich gesenkt werden.

 

Die Maßnahmen in Landesbergen im Einzelnen:

 

Rückbau des Nichtschwimmerbeckens

 

Auffüllen der Grube des ehemaligen Beckens und anschließende Aufbereitung der Fläche zur Nutzung für Außenaktivitäten

 

Rückbau des Wasserkreislaufes

 

Rückbau der Wasseraufbereitungstechnik

 

Anlegen einer Flachwasserzone im Uferbereich des Bollwerdersees, entsprechend der Vorgaben eines noch zu erstellenden Bodengutachtens (Vorraussichtlich durch Abgraben und Auffüllen)

 

Anlegen und Bau einer einfassenden Spundwand als Begrenzung der Flachwasserzone um Sandverlagerungen in die tieferen Zonen des Sees zu verhindern (Detailplanung wie vor entsprechend eines noch zu erstellenden Konzeptes); wenn erforderlich, Herstellen einer geregelten Durchströmung der Flachwasserzone (Pumpentechnik)

 

Herstellen eines begehbaren Wandkopfes als Abgrenzung zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerzonen an 2 Seiten

 

Anlegen und Bau eines Strandbereiches (Abgrabung, Aufschüttung und Einfassung)

 

Sanierung des Sprungturms, Betonsanierung, Austausch von Steigeleitern/-treppen, Geländern und Federbrettern

 

Herstellen barrierefreier Wege vom Parkplatz über das Funktionsgebäude sowie dem Außengelände bis zur Beckenkante

 

Verbesserungen des vorhandenen barrierefreien WCs

 

Künstlerische Gestaltung von Fassadenelementen, Innenwänden, Außenmauern und Außengestaltungselementen

 

 

Stolzenau

 

Das Freibad in Stolzenau wurde 1971 sehr großzügig angelegt. Neben dem 50 x 17m großen Nichtschwimmer/Schwimmer -Kombibecken mit zusätzlichem ca. 12m x 14m großem Sprungbecken (zusammen ca. 1.000m²) gibt es noch ein ca. 500m² großes Nichtschwimmerbecken und ein Kleinkindbecken.

 

Das Sanierungs- und Umbaukonzept sieht nun vor, die veraltete und marode Wasseraufbereitungstechnik zu modernisieren. Die dafür notwendigen Maßnahmen bilden den Schwerpunkt des Sanierungskonzeptes.

 

Die Wasserfläche insgesamt wird im Rahmen des Konzeptes verkleinert. Trotzdem soll es ein Badangebot für alle Altergruppen geben. In der vertieften Planung muss deshalb gegenüber gestellt werden, ob es wirtschaftlicher ist, im großen 50m Becken in einem ca. 100m² großen Teilbereich den Boden von jetzt 1,25m Wassertiefe auf 60-80cm Wassertiefe anzuheben, oder Im vorhandenen Nichtschwimmerbecken einen Teilbereich zu erhalten und entsprechend zu sanieren.

 

Das Ziel ist, folgende Beckenangebote zu schaffen:

 

Ein Schwimmerbereich mit 6 x 25m Bahnen, optional durch Entfernen einer flexiblen Barriere auf 2 x 50m Bahnen in den 1,25 tiefen Bereich erweiterbar (keine Beckenänderungen erforderl.).

Ein Nichtschwimmerbereich 1,25m Tief (Im Teilbereich vorhanden.)

Ein Nichtschwimmerbereich zur Wassgewöhnung 60-80cm Tief (Neuanlage).

Ein Kleinkindangebot 0-0,3m tief (Neuanlage).

Erhalt des Sprungbeckens.

 

Der vom Konzept nicht mehr berücksichtigte Teil des sehr großen, sanierungsbedürftigen Nichtschwimmerbeckens und das hygienisch nicht mehr zeitgemäße Planschbecken werden zurückgebaut.

 

Für Kleinkinder soll ein neues „Planschbecken“ entstehen. Die Größe des Beckens soll angemessen und mit Rücksicht auf das Budget umgesetzt werden.

 

Das große Kombibecken soll saniert und die zonierte Nutzung wie zuvor beschrieben weiterentwickelt werden; durch Einbauten, die idealerweise eine flexible Nutzung zulassen, wird das Becken unterteilt und durch Attraktionen aufgewertet.

 

Es wird sichergestellt, dass das Bad nach dem Umbau weiterhin alle Ansprüche, die der Schul-, Vereins- und Freizeitsport stellt, erfüllen kann.

 

Die Maßnahmen in Stolzenau im Einzelnen:

 

Das Nichtschwimmerbecken wird überwiegend oder vollständig zurückgebaut

 

Rückbau des dazugehörigen Wasserkreislaufes

 

Sanierung des großen 50m Schwimmerbeckens

  • Ausbessern des bereits vor 15 Jahren erneuerten Beckenkopfes (Fliesen und Fugen)
  • Herstellen von neuen und größer dimensionierten Schwallwasserabläufen
  • Herstellen von neuen Einspüldüsen an den beiden Längsseiten
  • Erneuerung der Leitungen des Wasserkreislaufes inklusive Erdarbeiten
  • Neubau eines ausreichend dimensionierten Schwallwasserbehälters
  • Teilsanierung der Wasseraufbereitungstechnik
  • Neumontage einer Spülwassernachbereitung

 

-        Veränderung des 50m Schwimmerbeckens

  • Das große Kombi-Becken wird durch flexible Einbauten in einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich getrennt
  • Herstellen einer Flachwasserzone mit Treppenzugang und allmählich abfallender Tiefe (60-80cm) für die „Wassergewöhnung“, Abmessung mindestens 100m²

 

-        Sanierung des Sprungturms, Betonsanierung, Austausch von Steigeleitern/-treppen,Geländern und Federbrettern.

-        Neubau eine Kleinkindbeckens mit Wasseraufbereitung

-        Herstellen barrierefreier Wege vom Parkplatz über das Funktionsgebäude sowie dem Außengelände bis zur Beckenkante

-        Verbesserungen des vorhandenen barrierefreien WCs

-        Künstlerische Gestaltung von Fassadenelmenten, Innenwänden, Außenmauern und Außengestaltungselementen

 

Die Beschreibung in dieser zweiten Überarbeitung des Förderantrags stellt die Mindestmaßnahmen dar, die gefördert werden sollen. Zusätzliche Maßnahmen sind möglich, sofern sie den wesentlichen Förderzielen nicht widersprechen. Die Förderung ist jedoch finanziell gedeckelt. Zusätzliche Kosten müssen komplett von der Samtgemeinde aufgebracht werden.

 

 

Wie geht es weiter:

 

Nach dem Erhalt eines vorläufigen Förderbescheides werden die für die vertiefte Planung notwendigen Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben.

 

Die Schwelle für EU-Ausschreibungen liegt bei 221.000€ (ggf. abweichende Rechtsetzungen im Rahmen der Corona-Pandemie werden berücksichtigt). Die Planungsleistungen umfassen für Architekten und Fachingenieursleistungen zusammen ca. 20-24 % des Projektvolumens (also ca. 500.000€).

 

Hinweis: Mit der Veröffentlichung dieser Ausschreibung ist die Beauftragung seitens des wirtschaftlichsten Bieters einklagbar. Die Samtgemeinde geht insofern mit der Veröffentlichung eine Verpflichtung zur Beauftragung ein.

 

Nach der erfolgreichen Durchführung der europaweiten Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen beginnt die vertiefte Planung. Hierzu gehört eine gründliche Bestandsaufnahme, eine Bauteilprüfung und eine Erarbeitung von Sanierungskonzeptvorschlägen.

 

Nach der Festlegung des vertieften Konzeptes beginnt die Realisierungsphase. Die Leistungen in den verschiedenen Gewerken werden einzeln deutschlandweit öffentlich ausgeschrieben und an den jeweils wirtschaftlichsten Bieter vergeben.

 

Die Ausführung der Sanierungsmaßnahmen wird in den Bädern zeitversetzt durchgeführt.

 

Für die Begleitung der vertieften Planung wird die bereits für die Entwicklung der Grundkonzeption der Sanierungsprojekte gegründete Arbeitsgruppe erneut einberufen.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag (neue Fassung):  

 

Ziel der Planungen und des Förderantrages ist unter Berücksichtigung der Haushaltsnotlage ein attraktives Angebot für alle Besuchergruppen an den Standorten auf Dauer zu erhalten und weiterzuentwickeln.

 

Die Verwaltung der Samtgemeinde Mittelweser wird beauftragt, die Sanierung/Weiterentwicklung der Freibäder in Landesbergen und Stolzenau entsprechend des Förderantrages voranzutreiben. Ziel ist die Umsetzung bis 2023 zu erreichen.

 

Für die Erstellung des abschließenden Förderantrages werden die Leistungsphasen 1-3 HOAI ausgeschrieben. Die Ausschreibung hat unter Berücksichtigung der geltenden Regelungen und unter Beachtung der Kriterien des Fördermittelgebers zu erfolgen. Soweit förderrechtlich zulässig, sind für die Ausschreibung dieser Leistungsphasen, gesonderte Ausschreibungen für das Bad in Stolzenau (konventionelles Freibad) und Landesbergen (Weiterentwicklung zum Naturerlebnisbad) vorzunehmen; ggfs. als Alternative zur Gesamtbeauftragung.

 

Für diese Leistungsphasen ist Maßgabe das vorliegende Sanierungskonzept, welches für Landesbergen u.a. einen geschützten Bereich als Flachwasserangebot für Kleinkinder vorsieht. Für Stolzenau wird die Herstellung einer Flachwasserzone mit allmählich abfallender Tiefe für die Wassergewöhnung vorgesehen. Die Einbeziehung von Teilen des vorhandenen Nichtschwimmerbeckens wird hierbei als eine Variante geprüft.

Zusätzlich sind die Kosten für die Sanierung des „Status Quo“ grob zu schätzen. Es ist bekannt, dass die etwaigen Sanierungsmaßnahmen in diesem Rahmen nicht durch den laufenden Antrag gedeckt sind.

Für die Planung beider Bäder ist darzustellen, welche Möglichkeiten (Varianten/Kosten) für den barrierefreien Zugang zum Wasser umgesetzt werden könnten.

Bei der Konkretisierung und Ausgestaltung der Planung werden die vorhandene Arbeitsgruppe und der zuständige Ausschuss regelmäßig einbezogen.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzierung:

 

Haushaltsansatz für die Maßnahme: 2.900.000€

In Aussicht gestellter Förderbetrag:   1.503.000€

Eigenanteil entsprechend:                 1.397.000€

(Es handelt sich um Nettobeträge)

 

 

Produktkonto: 4242000./0963005

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Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Aktualisierte Präsentation 30.06.2020 (1938 KB)